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24.02.2011
Heute haben wir uns ein bisschen über Holz und Heizen unterhalten.

Die ursprüngliche Form ist: Ofen oder Kamin an. Man erfreut sich am Spiel der Flammen und es wird warm, der Rauch zieht durch den Schornstein zum Nachbarn.
Wie man in den Sechzigern glücklich im Ruhrgebiet war, wenn die Schlote rauchten, so kam man immer mehr zu der Erkenntnis, dass sie die Luft zum Atmen erheblich verschlechterten. So kamen Filter und die zweite Luft ins Spiel. Wenn man dem Rauchgas noch einmal Luft zuführt, verbrennt es noch einmal, viele feste Teile im Gas werden verwertet, und es gibt zusätzliche Wärme und den Rauch sieht man nicht mehr.

Dieses nutzen moderne Heizungen. Die Pellets-Heizung ist eine davon. Immer mehr Waldbauern, heute Energiewirte, verkaufen ihre Holzreste aus der Waldfläche, um kleine, stäbchenförmige Holzstückchen zu pressen, eben Pellets.

Da diese eine gleichmäßige Feuchte, einen festen Heizwert haben, ungefähr eine Lagerkapazität wie eine Ölheizung brauchen und der Ofen mit einer Schnecke vom Lager zum Heizraum automatisch beschickt wird sind diese eine Überlegung wert.

Da Sie nur das CO2 ausstoßen, was das Holz vorher aufgenommen hat, also CO2-neutral sind, so hat ein guter Ofen unter 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Feinstaub Ausstoß.
Nur zum Vergleich, auf den Straßen sollen nach EU-Richtlinie der Staub von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft an 35 Tagen im Jahr nicht überschritten werden. Übrigens die Luft in der Wohnung und draußen haben denselben Feinstaubgehalt. Es sei denn, du saugst oder brätst dir ein Schnitzel. Dann kann der Feinstaubgehalt auch mal 20 mal höher sein.  Dr. Andreas Winkens, Umweltingenieur, hat 100 Haushalte und zehn Kindergärten in Mönchengladbach untersucht. Im Durchschnitt war die Dichte doppelt so hoch, drinnen.

Im letzten Jahr hat es kaum eine Kommune geschafft unter den Grenzwerten der EU zu bleiben.
Ich schreibe Grenzwerte, weil es ist Gesetz. Trotz Umweltzone zum Beispiel in München hat man es bisher nicht geschafft die Belastung zu senken. Man wird noch an einer anderen Schraube drehen müssen.
In Berlin hat man festgestellt, dass 50 Prozent der gemessenen Feinstäube aus Polen kamen. Also auch dieses Thema macht vor Grenzen nicht halt obwohl wir seit langem wissen das zum Beispiel Sand aus der Wüste Gobi in Kalifornien gemessen wurden.

Bei großen Heizanlagen, um wieder auf das Thema zu kommen, mit Holzhackschnitzel zum Beispiel, wird sowohl die Feuerung (Wirbelschicht) wie auch die Rauchgasreinigung (Zyklon und andere) optimiert.
Man geht salopper Weise davon aus, dass bei einer gut geführten Pellets-Heizung (man achte auf den blauen Engel) und bei einem Hackschnitzel Heizkraftwerk, die Luft, die zur Verbrennung gebracht wird, schlechter ist als die, die aus dem Schornstein entweicht.

Wie wird nun das Holz hergestellt? Natürlich gibt es Abläufe:

  • Sammlung und Lagerung von Gebraucht-Holz
  • Transport zur Aufbereitungsanlage
  • Vorsortierung
  • Grobe Zerkleinerung
  • Abscheidung von Metallteilen
  • Handsortierung
  • Rückführung zu großer Teile
  • Lagerung
  • Transport zum Verbraucher

verschiedene Reihenfolgen sind üblich
(aus Volker Wolf, Biomasse in Baden-Württemberg 2004)

Ich möchte hier nur eine besondere Form der Herstellung von Brennholz ansprechen.
Mosaik artig, werden Hektarweise Pappeln, Weiden und Robinien angepflanzt im Abstand von einem Meter. Sie wachsen fünf Jahre, werden geerntet, werden zu Hackschnitzel verarbeitet und werden in der örtlichen Heizung zur Nahwärme Versorgung benutzt.

Schon früher war man zugeteilt für ein Stück im Dorf eigenen Wald, wo man sein Holz zum brennen suchen konnte. In größerem Rahmen gibt es in unserer Gegend an der A 8 die 2006 gegründete Maschinenring/Waldbesitzervereinigung  Biomasse AG in der sich die beiden Waldbesitzervereinigungen Holzkirchen und Rosenheim / Bad Aibling sowie die Maschinenringe Aibling / Miesbach/ München/ Ebersberg und Rosenheim mit ca. 150.000 Hektar Waldfläche vereinigt haben.

Den fünf Organisationen gehören über 10.000 Land und Forstwirte an. Von diesen bekommt  man eine Pellets-Heizung, unterschreibt einen langfristigen Wärme -Liefervertrag und zahlt monatliche Beträge für die Investition und einen Arbeitspreis, der sich nach dem jeweiligen Bedarf richtet.

Schon die Pilotstudie zum Bioenergiezentrum in Dachau ergab 2008, dass die Waldbauern 20.000 Schüttraummeter Holz noch hätten, also könnte man leicht in Dachau ein Holz-Hackschnitzel-Werk zur Nahwärme Versorgung und zur Stromerzeugung aufbauen.
Leider ist dies bisher weder politisch noch von den Stadtwerken gewollt. Siehe Udldinger Weiher, da hat es sogar einen ersten Preis für ein Blockheizkraftwerk gegeben.
Die Stadtwerke beteiligen sich lieber an einem Kohlekraftwerk j.w.d. (janz weit draußen), wo natürlich dann auch die Wertschöpfung und die Arbeitsplätze bleiben. In Karlsfeld wird ein großes Holzhackschnitzel Kraftwerk gebaut.
Noch kurz zu den benutzten Informationsträgern, ich bin ja kein von Guttenberg.

1. Marktübersicht Hackschnitzel-Heizungen
    Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe  2007
2. Bundesumweltministerium über Kleinfeuerungsanlagen vom März
    2002
3. Bundesämter für Energie und Umwelt Schweiz 2007
    Wirkung von Verbrennungspartikeln, www. verenum.ch
4. Professor Thomas Nussbaum 2003 " Feinstaubminderung und
    Stromerzeugung im Rahmen zukünftiger Energieversorgung“
5. Wikipedia – Brennholz
6. viele Süddeutsche und TAZ-Zeitungsartikel

Bei der oben genannten schweizerischen Untersuchung von einer 80 Kilowatt bzw. 570 Kilowatt Anlage blieb der Feinstaub steht's kleiner als 15 Mikrogramm/Kubikmeter.

„Bei obigen Werten“, sagt Professor Nussbaum, „wird der Staub in den menschlichen Atemwegen fast komplett aufgelöst und zeigt fast keine biologische Reaktivität"
Großfeuerungsanlagen werden optimiert und mit zusätzlichen Filtern ausgestattet.

Am Ende noch kurz. Wenn du dir einen Ofen kaufst oder einen Kamineinsatz achte auf die zweite Luftzuführung oben. Bei einem Pelletsofen wird der Feinstaubausstoß angegeben.


Bis zum nächsten Mal 
Dieter Schulz
(Ich bin Kunstmaler, obiges Pastell ist von mir.)